RG MeißenAktuelles

Amphibienexkursion im Friedewald

15. März 2014

Fund im Kontrollschacht: Eine Erdkröte auf der Wanderung zum Laichgewässer - Foto: Cornelia Mäser
×
Fund im Kontrollschacht: Eine Erdkröte auf der Wanderung zum Laichgewässer - Foto: Cornelia Mäser

Eine der größten Gefahren für Amphibien sind Verkehrswege, die sie auf ihren Wanderungen zwischen Landlebensräumen und Laichgewässern queren müssen. Mit viel Mühe und Engagement betreuen vielerorts ehrenamtliche Naturfreunde mobile Amphibienschutzzäune entlang von Straßen. An einigen Stellen wurde im Zuge der Straßensanierung eine feste Amphibienleiteinrichtung errichtet. Eine solche befindet sich im Friedewald an der Staatsstraße 80 bei Auer, in der Nähe von Moritzburg. Dieser Bereich sowie die in der Nachbarschaft gelegenen, regional bedeutsamen Laichgewässer Kapellen- und Ilschenteich waren Ziel einer NABU-Exkursion am 15. März 2014.
Henning Klein, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Meißen und seit langem bestens mit der Situation vor Ort vertraut, erläuterte den Exkursionsteilnehmern Aufbau und Funktionsweise der Anlage: In regelmäßigen Abständen befinden sich Tunnel unter der Fahrbahn, die den Amphibien eine Verbindung zwischen den beiden Straßenseiten ermöglichen, ohne auf die Fahrbahn zu gelangen. Diversen rechtlichen Vorgaben und wissenschaftlichen Untersuchungen entsprechend wurden die Abstände der Durchlässe und deren Größe von zwei Metern Breite und etwa 1,5 Metern Höhe angelegt. Bei engeren oder breiteren Durchlassmaßen werden diese von den Tieren nicht genutzt (Klaustrophobie bzw. zu starker Luftzug).

Teil der Amphibienleiteinrichtung an der S 80 – zu sehen ist ein Durchlass unter der Straße, hier mit verfülltem Kontrollschacht - Foto: Cornelia Mäser
×
Teil der Amphibienleiteinrichtung an der S 80 – zu sehen ist ein Durchlass unter der Straße, hier mit verfülltem Kontrollschacht - Foto: Cornelia Mäser

Für Untersuchungen zu Vorkommen und Häufigkeit der wandernden Amphibien ist auch hier das Engagement ehrenamtlicher Naturfreunde gefragt. Vor einigen Durchlässen sind auf der gesamten Breite Schächte im Boden eingelassen, die mit einer Trennwand längs geteilt sind. Tiere, die zum Durchlass wandern oder von dort kommen, fallen auf der entsprechenden Seite in den Schacht. Bei den regelmäßigen Kontrollen wird auf diese Art und Weise festgestellt, welche Amphibiengerade auf der Wanderung sind. Die Langzeitbeobachtung, d. h. das regelmäßige Zählen, der wandernden Tierehat eine Schlüsselfunktion für deren Schutz. Allein mit kontinuierlich erhobenen Daten kann die Wirksamkeit vonSchutzeinrichtungen sicher beurteilt werden. Vergleichsreihenausder Zeit vor der Errichtung der Anlage geben Aufschluss über die Entwicklung der Amphibienpopulation. An den Teichen bei Auer haben sich insbesondere die Mitglieder der Interessensgemeinschaft Friedewald, einem lokalen Bündnis von Naturfreunden, beim Erfassen und Schützen der ansässigen Amphibien über Jahrzehnte hinweg verdient gemacht.
An der Leiteinrichtung entlang der S 80 wurden in diesem Jahr vor allem Erdkröten, Knoblauchkröten, die drei Arten der Braunfrösche (Grasfrosch, Springfrosch und Moorfrosch) sowie die Arten aus dem Grünfroschkomplex beobachtet. Nach denAmphibienwanderungen im Frühjahr werden die Kontrollschächte wieder mit Substrat verfüllt, was den Tieren ungehinderten und unkontrollierten Durchgang unter der Straße gestattet.


Mitglied werden!
Werden Sie NABU-Mitglied – werden Sie aktiv für Mensch und Natur!

Hier geht's zu unserem Spenden-Shop.