RG MeißenProjekteBlühflächenprojekt

Blühflächenprojekt

Hintergrund des Projekts

Der positive Effekt mehrjähriger Blühflächen, z. B. für ortsgebundene Insekten, ist erheblich größer als der einjähriger Brachen. Dem sollte man bei der Auswahl der Flächen und der ausgesäten Pflanzenarten Rechnung tragen. Im Bild eine Blühfläche im dritten Sommer nach der Anlage - Foto: Hendrik Trapp
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Der positive Effekt mehrjähriger Blühflächen, z. B. für ortsgebundene Insekten, ist erheblich größer als der einjähriger Brachen. Dem sollte man bei der Auswahl der Flächen und der ausgesäten Pflanzenarten Rechnung tragen. Im Bild eine Blühfläche im dritten Sommer nach der Anlage - Foto: Hendrik Trapp

Wer in heutiger Zeit mit offenen Augen die Landschaft erkundet, wird sie vielerorts vermissen: bunt blühende, artenreiche Wiesen, Ackerrandstreifen und Säume. Zeitweises Stilllegen von Ackerflächen ist seit längerem weggefallen. Wichtige Rückzugsräume für eine Reihe von Offenlandbewohnern fehlen daher weitgehend. Hierzu gehören heute sogar einst weit verbreitete Arten wie Feldhase und Rebhuhn. Auch Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten haben es schwer: Ihnen fehlen bunte Blüten einheimischer Wildpflanzen und damit die Nahrungsgrundlage. Kulturpflanzen auf Äckern und in Siedlungen stellen keinen hinreichenden Ersatz dar, weil zahlreiche Insektenarten an eine oder wenige heimische Wildpflanzenarten speziell angepasst sind und deshalb nur diese nutzen können. Ausgehend davon hat die Regionalgruppe Meißen des Naturschutzbundes Deutschland e. V. (NABU) im Jahr 2014 ein Projekt zur Anlage von Blühflächen gestartet.

Unser aktuelles Beispiel

Besonders wertvoll sind Blühmischungen mit einem hohen Anteil gebietsheimischer Wildpflanzen - Foto: Hendrik Trapp
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Besonders wertvoll sind Blühmischungen mit einem hohen Anteil gebietsheimischer Wildpflanzen - Foto: Hendrik Trapp

Ein wichtiger öffentlicher Bereich konnte im Frühjahr 2014 durch Kontaktaufnahme mit der Gemeinde Klipphausen gewonnen werden. Hier trafen wir auf offene Ohren. Im Gewerbegebiet Klipphausen war es möglich, eine bereits bestehende Ausgleichsfläche mit Dauergrünland von etwa 2.000 m² Größe als Blühfläche zu nutzen. Das bisher von wenigen Gräsern dominierte, blütenarme Areal wurde in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) Meißen umgewandelt. Die Agro-GmbH Burkhardswalde scheibte und walzte den Untergrund, bevor schließlich Mitte Mai die Neueinsaat erfolgte. Mehr als 50 gebietsheimische Pflanzenarten sind in der ausgewählten Blühmischung enthalten, was auch nach Einschätzung der UNB eine naturschutzfachliche Aufwertung der Fläche ist. Bereits ab Sommer 2014 werden die ersten bunten Blüten zu sehen sein, beispielsweise blauer Wiesensalbei, roter Klatschmohn, weiße Margeriten oder gelbes Johanniskraut.

Je nach Entwicklung der Vegetation werden erforderliche Pflegemaßnahmen in Abstimmung mit der Gemeinde Klipphausen veranlasst. Ein Teil der Pflanzen soll auch den Winter über stehenbleiben: die Samen dienen als Nahrung und Pflanzenstängel als Quartiere für Insekten. Idealerweise wird nicht gemulcht sondern gemäht und das Mahdgut abgeräumt. Langfristig soll durch eine angepasste, mit geringem Aufwand zu erreichende Pflege ein arten- und blütenreicher Pflanzenbestand erhalten werden. Der Standort und das ausgewählte Saatgut bieten hierfür günstige Voraussetzungen. In Kürze ist vorgesehen, die Blühfläche für die Information der Öffentlichkeit zu beschildern. Abhängig von der Flächenentwicklung im Jahr 2014 kann voraussichtlich im kommenden Herbst/Winter über eine mögliche Vergrößerung der Blühbrache entschieden werden. Wir danken allen Beteiligten herzlich für die logistische und technische Hilfestellung. Bleibt zu hoffen, dass sich die Blühfläche gut entfaltet und sowohl naturschutzfachlich als auch optisch ein Hingucker wird.

Wie können Sie mitwirken?

Grundsätzlich lassen sich an vielen Standorten blütenreiche Pflanzenbestände entwickeln. Wichtige Voraussetzungen sind längerfristig geeignete Flächen, eine gründliche Vorbereitung sowie ein Mindestmaß an Pflege und natürlich Geduld, sollten sich die Erfolge nicht auf Anhieb einstellen. Ziel der Initiative ist es in erster Linie, die Artenvielfalt beispielgebend zu fördern. Außerdem eignen sich die bunt blühenden Flächen hervorragend, verschiedene Naturschutzanliegen einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Wer hat Interesse, im persönlichen Wohnumfeld für attraktive Blühflächen zu werben oder solche selbst anzulegen? Gesucht werden einerseits verfügbare Flächen, zunächst gerne solche in öffentlicher Hand, um hier eine gewisse Vorbildwirkung zu erreichen. Ausdrücklich erwünscht ist andererseits Unterstützung in Form technischer Leistungen bei der Flächenvorbereitung und der Bestandspflege oder durch die Übernahme von Kosten für das hochwertige gebietsheimische Saatgut. Gerne steht Ihnen die NABU-Regionalgruppe Meißen als Ansprechpartner zur Verfügung:

Tanja Schumann (Vorsitzende)
Parkstr. 22
01561 Ebersbach OT Naunhof
Tel.: 0179 6387744 oder 035249 709287
Fax: 0351 8969740079
E-Mail: rg.meissen_at_nabu-sachsen.de

Informationen zum Projekt „DiverGen“ – Gebietseigenes Saat- und Pflanzgut des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL): http://www.divergen.lpv.de/


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