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Die ersten Schwalben sind da

10 Jahre NABU-Aktion „Hier sind Schwalben willkommen“ in Sachsen

Rauchschwalbe – Foto: Bärbel Franzke
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Rauchschwalbe – Foto: Bärbel Franzke

Die ersten Rückkehrer aus den afrikanischen Winterquartieren erreichen den Freistaat. Drei Rauchschwalben wurden am 31. März 2026 am Deutschbaselitzer Großteich östlich von Kamenz gesichtet und bei Ornitho.de, dem Internetportal für Vogelbeobachtungen gemeldet. Ab Ostern könnten viele weitere Schwalben bei uns eintreffen.

Mit der Ankunft von Rauch- und Mehlschwalbe feiert der NABU Sachsen in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren würdigt er mit seinen NABU-Gruppen vor Ort mit der Aktion „Schwalben willkommen“ Menschen, die den bedrohten Vögeln ein sicheres Zuhause an und in ihren Gebäuden bieten und berät bei Schwalbenschutzmaßnahmen. Finanzielle Unterstützung erhält er dafür von Anfang an von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU).

Nach Tausenden von Kilometern Flug finden sich Rauch- und Mehlschwalben an genau den Orten und Brutplätzen wieder ein, wo sie im letzten Jahr lebten. Leider treffen sie nicht überall auf Akzeptanz, Quartiere sind verschlossen, Fassaden versiegelt und Nester zerstört. Um auf diese Notlage aufmerksam zu machen, startete der NABU Sachsen im Juni 2016 das Projekt „Schwalben willkommen“.

„In den vergangenen zehn Jahren konnten wir sachsenweit weit über 1000 Plaketten an Privatpersonen, Landwirte und Unternehmen verleihen“, zieht der NABU Sachsen Bilanz. Die Auszeichnung „Hier sind Schwalben willkommen“ ist mehr als nur ein schönes Schild an der Wand: Sie ist ein Zeichen für Toleranz gegenüber der Natur. Ob durch das Dulden von Naturnestern, das Anbringen von Kotbrettchen, die naturnahe Gartenbewirtschaftung oder die Bereitstellung von künstlichen Nisthilfen – das Engagement der Sachsen ist entscheidend für den Erhalt der Bestände.

Denn trotz der Erfolge der Mitmachaktion bleibt die Lage ernst. Die Bestände der Schwalben haben deutlich abgenommen. Der NABU bittet deshalb Haus- und Stallbesitzer, Schwalben bei sich willkommen zu heißen. Bis in den Mai hinein ist mit der Rückkehr von Schwalben zu rechnen. Für Hilfsmaßnahmen ist es also nicht zu spät. Wer sein Engagement sichtbar machen möchte, kann sich beim NABU Sachsen um die Auszeichnung mit der Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ bewerben.

Zum Jubiläumsjahr ruft der NABU Sachsen alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Institutionen und Firmen dazu auf, Schwalben an ihren Häusern brüten zu lassen oder sie durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Am 13. Juni soll das zehnjährige Jubiläum mit einem Fest gewürdigt werden.

Interessierte finden Infomaterial zum schwalbenfreundlichen Bauen, Anleitungen für Kotbretter und das Bewerbungsformular für die Plakette auf der Webseite des NABU Sachsen unter www.schwalben.nabu-sachsen.de.

Schwalben erkennen:

• Rauchschwalben brüten bevorzugt im Inneren von Gebäuden (Ställe, Scheunen). Sie sind erkennbar an der kastanienroten Kehle und den langen Schwanzspitzen.

• Mehlschwalben nutzen die Außenseiten von Gebäuden unter Dachvorsprüngen. Sie haben einen rein weißen Bürzel und einen kürzeren, gegabelten Schwanz.

• Beide Arten stehen in Deutschland auf der Roten Liste bzw. der Vorwarnliste.



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