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Eulen in der Nachbarschaft? Naturschutzstation bittet um Ihre Hinweise

Waldohreule im belaubten Tagesversteck. Die Art baut keine eigenen Nester, sondern bezieht vorhandene Krähen- und Elsternester um darin zu brüten. - Foto: NABU/Reinhard Paulin
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Waldohreule im belaubten Tagesversteck. Die Art baut keine eigenen Nester, sondern bezieht vorhandene Krähen- und Elsternester um darin zu brüten. - Foto: NABU/Reinhard Paulin

Knapp 20 Jahre sind seit der letzten landesweiten Erhebung der sächsischen Brutvögel vergangen. Für einen aktuellen Überblick wurde ein dreijähriges Erfassungsprojekt „Landesweite Brutvogelkartierung“ initiiert. Es handelt sich um ein Vorhaben der vogelkundlichen Verbände Sachsens und wird aus Mitteln der Richtlinie *Natürliches Erbe* finanziert. Grundlagen der Kartierung und Auswertung sind standardisierte Rasterfelder mit einer Ausdehnung von ca. 32 km². Pro Rastereinheit werden alle als Brutvogel vorkommenden Arten ermittelt. Aufgerufen zur Mitarbeit sind die langjährig Aktiven ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit. Im südlichen Teil des Landkreises Meißen zeichnen die Regionalgruppe Meißen des NABU und ihre Naturschutzstation für die Kartierung und die Dokumentation der Brutvogelfauna verantwortlich.

Ein großer Teil der heimischen Vogelarten verhält sich einigermaßen auffällig und kann mit den gängigen Methoden gut erfasst werden. Doch es gibt Gruppen, deren Nachweis vergleichsweise schwierig ist. Dazu zählen dämmerungs- und nachtaktive Arten. Genau dafür bitten wir die Bevölkerung freundlich um Unterstützung. Hinweise speziell auf Eulen ergeben sich zum einen während der Balzaktivitäten im Winter und Frühjahr. Zum anderen sind später im Jahr die Bettelrufe der noch unselbständigen Jungvögel oft nächtelang zu hören. Wer Eulen als Nachbarn hat, bekommt ihre stimmlichen Äußerungen früher oder später mit. In windstillen Nächten tragen die Rufe besonders weit.

Auch in Ortschaften wurden in der Vergangenheit immer wieder Aufenthaltsplätze von Eulen bekannt, an denen die Vögel den Tag verdösen. Während es sich beim Waldkauz dabei oft um Baumhöhlen oder Gebäudequartiere handelt, sitzen Waldohreulen nicht selten in kleinen Gemeinschaften, mehr oder weniger gedeckt an ungestörten Stellen in Gehölzen, beispielsweise auf Friedhöfen. Sie kennen solche Plätze? Sie haben andere spannende Feststellungen von Vogelbruten in der Umgebung gemacht? Zum Beispiel Dohlen im Kirchturm, Schwalben-Kolonien in Stallgebäuden oder eine besetzte Spechthöhle im Obstgarten. Auch solche Hinweise werden für das Kartierungsprojekt von Interesse sein.

Ihre Beobachtungen nehmen wir gern entgegen unter folgender Adresse:

naturschutzstation.heynitz_at_nabu-sachsen.de

 

Mit der neuen Inventarisierung wird hierzulande aufgeklärt, wie verbreitet und wie häufig jede einzelne Vogelart ist. Ein weiterer Schritt wird sein, die Rote Liste gefährdeter Arten fortzuschreiben und konkrete Hilfsmaßnahmen für besonders sensible und gefährdete Spezies in die Wege zu leiten. Das Land Sachsen beherbergt gegenwärtig rund 190 Brutvogelarten. Im Zuge der landesweiten Kartierung werden mehr als 250 Vogelkundler Informationen im Zeitraum 2022-2024 zusammentragen.

 

Hendrik Trapp (NABU Meißen)

Erik Kubitz (Naturschutzstation Schloss Heynitz)



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