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Mähroboter – mehr freie Zeit, aber gefährlich für Kleintiere im Garten

Beliebter Gartenbewohner: Mähroboter können u. a. für Igel eine tödliche Gefahr darstellen. - Foto: Andreas Hurtig
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Beliebter Gartenbewohner: Mähroboter können u. a. für Igel eine tödliche Gefahr darstellen. - Foto: Andreas Hurtig

Wieder ist Sommer und das Mähen allerorts in vollem Gange. Damit hat eine gefährliche Zeit für unsere tierischen Garten- und Wiesenbewohner begonnen. Wer ihnen helfen will, erlaubt seinem Garten und vor allem dem Rasen mehr „Wildnis“, schon kleine Bereiche bieten wertvolle Rückzugsräume für bestimmte Arten. Und in der Regel ist eine blühende Wiese attraktiver als ein verbrannter Englischer Rasen. Wer freut sich nicht über einen Blumenstrauß der Jüngsten, die mit Forscherdrang dieses Stück Wildnis erkundet haben, von Käferbegegnungen erzählen und nun ihre Schätze überreichen.

Mähroboter mögen uns vielleicht praktisch vorkommen. Leise ziehen sie ihre Runden und verrichten zuverlässig ihre Arbeit. Man sollte trotzdem nie unterschätzen, dass es Hochleistungsgeräte sind. So findet man in vielen Betriebshandbüchern ähnliche Hinweise wie diesen „Lassen Sie den Mäher während des Betriebs nicht unbeaufsichtigt, falls sich Kinder, andere Personen oder Haustiere in der Nähe befinden oder befinden könnten.“ Stiftung Warentest konnte im letzten Jahr acht geprüften Geräte bei der Sicherheit nur ein „ausreichend“ bescheinigen, zwei fielen glatt durch.

Anbieter empfehlen, das Mähen in die Abend- und Nachtzeiten zu verlegen. Das wird aber lieb gewordenen Garten-Gästen wie Igeln zur akuten Gefahr. Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere besuchen sie insbesondere zu dieser Zeit unsere Gärten, und ihr Stachelkleid hilft ihnen leider nicht wie sonst bei der Abwehr von Feinden.

„Auch für andere Kleintiere wie Kröten, Laufkäfern und Blindschleichen kann der Einsatz des Mährobotors verheerende Folgen haben“, warnt Andreas Hurtig von der Naturschutzstation Schloss Heynitz. „Es ist insbesondere das Problem, dass niemand eingreifen kann und die Tiere dann gehäckselt werden“. Auch wer mit seinen Freischneidern oder Fadenmähern unter Hecken "sauber" macht, sollte Vorsicht walten lassen. Er könnte damit Igel, Amphibien und Reptilien verletzen oder töten.

Auch die hübsche Zauneidechse kann sich in einem Naturgarten zu Hause fühlen. - Foto: Andreas Hurtig
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Auch die hübsche Zauneidechse kann sich in einem Naturgarten zu Hause fühlen. - Foto: Andreas Hurtig

Wer „Wildnis“ in seinem Garten wagt oder seinen tierischen wie menschlichen Gästen etwas bieten möchte, hat viele Möglichkeiten. Naturschutz im Garten muss nicht anstrengend sein und Unordnung herrscht dadurch auch nicht unbedingt. Deswegen hier ein paar Tipps:

•Wiesenbereiche über 8-12 Wochen ungemäht belassen und nur ein- bis zweimal jährlich mähen, am besten von Hand - hatte Opa nicht noch eine alte Sense ? -

•bunte Beete mit heimischen Wildstauden anlegen - mancher Falter kommt zu Besuch und nimmt das Blütenangebot an -

• unaufgeräumte, wilde Ecken belassen - Igel freuen sich über den Unterschlupf im Laub -

So fördert man die Vielfalt im eigenen Garten und das Naturerleben gleicher­maßen. Tiere zu beobachten geht nirgendwo leichter als im eigenen Garten.

Wer weitere Tipps zur Gartengestaltung und mehr Artenvielfalt haben möchte, kann sich an die Naturschutzstation Schloss Heynitz wenden (naturschutzstation-heynitz.nabu-sachsen.de) oder informiert sich unter www.NABU.de/gartenvielfalt.

 

Für Rückfragen:

Erik Kubitz, Naturschutzstation Schloss Heynitz, 035244 498870.


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